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Kurden in Syrien
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Die Kurden in Syrien sind die grĂ¶ĂŸte ethnische Minderheit des Landes. Ihr genauer Anteil an der Bevölkerung ist unklar und wird je nach Quelle unterschiedlich (8 bis 15 %) angegeben. Fast alle syrischen Kurden gehören dem sunnitischen Islam an; daneben gehören einige auch zu den Jesiden oder zu anderen Religionsgemeinschaften.

Mit der VolkszĂ€hlung von 1962 in al-Hasaka verloren ĂŒber 100 000 Kurden die syrische StaatsbĂŒrgerschaft. In Syrien unterscheidet man zwischen „Ajanib“ (arabisch ŰŁŰŹŰ§Ù†Űš adschanib), registrierten AuslĂ€ndern, und „Maktumin“, die behördlich nicht erfasst sind. Mit PrĂ€sidialerlass Nr. 49 vom 7. April 2011 war zwar den Ajanib der Erwerb der syrischen StaatsbĂŒrgerschaft erleichtert worden. Bis Ende September 2011 sind nach Angaben des syrischen Innenministeriums 51.000 WiedereinbĂŒrgerungen vorgenommen worden.cite-ref-1[1] Doch beinahe 200 000 Kurden aus Syrien sind weiterhin staatenlos.cite-ref-2[2]

Contents

‱ Demografie
‱ Geschichte
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Demografie

Siehe auch

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Liste kurdischer Ortsnamen und geographischer Bezeichnungen in Syrien

Syriens Kurden leben hauptsĂ€chlich entlang der Grenze zur TĂŒrkei in Nordostsyrien, diese Region erstreckt sich ĂŒber den grĂ¶ĂŸeren Teil des Gouvernements al-Hasaka. Die grĂ¶ĂŸten StĂ€dte der Region sind Qamischli und al-Hasaka. Eine andere Region mit einer signifikanten kurdischen Bevölkerung ist Ain al-Arab (KobanĂȘ) in Nordsyrien in der NĂ€he der Stadt Dscharābulus und Kurd Dagh im Nordwesten, rund um die Stadt Afrin im Gouvernement Aleppo. Die Region Kurd Dagh erstreckt sich bis zu den tĂŒrkischen Landkreisen İslahiye und Kırıkhan. Auch leben viele Kurden in den GroßstĂ€dten wie Aleppo und Damaskus.cite-ref-cia-3-0[3] Die kurdisch bewohnten nördlichen und nordöstlichen Teile Syriens werden auf kurdisch „Kurdistana BinxetĂȘ“ (Kurdistan unter der Grenze) oder „Rojava“ (Westkurdistan) genannt.

Das US State Department geht von einem kurdischen Anteil von 9 %cite-ref-state-departement-4-0[4] an der Bevölkerung aus, die CIA von 10 %,cite-ref-cia-3-1[3] die Gesellschaft fĂŒr bedrohte Völker von 12 %cite-ref-gfbv-5-0[5] und der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen fĂŒr das Recht auf Nahrung Olivier de Schutter von 10 bis 15 %.cite-ref-srfood-6-0[6]

Geschichte

Die Geschichte der syrischen Kurden beginnt mit der Auflösung des Osmanischen Reiches nach 1918 und der GrĂŒndung Syriens, das erst ein französisches Mandat war und 1946 unabhĂ€ngig wurde. 1957 grĂŒndeten Osman SebrĂź und andere kurdische Politiker mit der Demokratischen Partei Kurdistan-Syrien die erste kurdische Partei in Syrien.cite-ref-7[7] Die Ziele der DPKS waren die Förderung der kurdischen kulturellen Rechte, wirtschaftlicher Fortschritt und demokratischer Wandel. Die DPKS wurde vom Staat nie legal anerkannt und blieb eine Untergrundorganisation. Nach einer Razzia 1960 wurden die beiden FĂŒhrer Osman SebrĂź und Nur al-Din Zaza verhaftet, wegen Separatismus angeklagt und eingesperrt. Darauf spaltete sich die Partei in je eine Bewegung unter Sabri und Zaza.

VolkszÀhlung von 1962

→

Hauptartikel

:

VolkszÀhlung von 1962 in al-Hasaka

Nach dem Scheitern der Union mit Ägypten 1961 erklĂ€rte sich Syrien laut Verfassung zu einer Arabischen Republik. Am 23. August 1962 fĂŒhrte die Regierung eine außerordentliche VolkszĂ€hlung in der Dschazira durch. Als Ergebnis wurden 120.000 Kurden (ca. 20 % der kurdischen Bevölkerung in Syrien) in der Dschazira zu AuslĂ€ndern erklĂ€rt. Sie konnten nicht wĂ€hlen, Besitz erwerben oder in amtlichen Stellen Arbeit annehmen.cite-ref-1-8-0[8] Die VolkszĂ€hlung fand aufgrund des „Dekrets Nr. 93“ in der damaligen Provinz al-Hasaka statt. Die treibende Kraft hinter dem Beschluss war deren Gouverneur SaÊżid as-Saiyid.cite-ref-kurdwatch-9-0[9] TatsĂ€chlich hatten die Bewohner syrische Ausweise und sie wurden aufgefordert, diese auszuhĂ€ndigen, damit sie erneut syrische StaatsbĂŒrger werden könnten. Diejenigen, die das taten, bekamen sie nicht zurĂŒck. Es wurde eine Medienkampagne gegen die Kurden mit Slogans wie Rettet das Arabertum in der Dschazira! und BekĂ€mpft die kurdische Bedrohung! gestartet. Diese Politik fiel mit dem Aufstand Mustafa Barzanis in Irakisch-Kurdistan und der Entdeckung von Ölreserven in den kurdischen Gebieten Syriens zusammen. Im Juni 1963 nahm Syrien an einer MilitĂ€raktion der Iraker gegen die Kurden teil und sorgte fĂŒr Flugzeuge, gepanzerte Fahrzeuge und 6000 Mann. Syrische Truppen ĂŒberquerten die irakische Grenze und bewegten sich auf Zaxo zu, um Barzanis KĂ€mpfer zu verfolgen.cite-ref-10[10]

BegrĂŒndung

Die syrische Regierung begrĂŒndete die außerordentliche VolkszĂ€hlung damit, dass Kurden aus den NachbarlĂ€ndern, besonders der TĂŒrkei, illegal die Grenze ĂŒberschritten hĂ€tten. Weiterhin behauptete sie, dass diese Kurden sich dort ansiedelten und so nach und nach die Mehrheit in StĂ€dten wie Amude und Qamischli ausmachten. Auch sagte sie, dass viele es schafften, sich illegal in die syrischen Einwohnerregister einzuschreiben. Des Weiteren spekulierte die Regierung, dass Kurden vorhĂ€tten, sich anzusiedeln und Besitz zu erwerben, besonders nach den landwirtschaftlichen Gesetzesreformen, um von der Neuverteilung der LĂ€ndereien zu profitieren.cite-ref-hrw-org-11-0[11]

Wegen dieser wachsenden illegalen Einwanderung fĂŒhrte die Regierung am 5. Oktober 1962 die VolkszĂ€hlung durch, mit dem Ziel die Register zu reinigen und die illegalen Einwanderer zu identifizieren. Am Ende wurden mehr als 120.000 Kurden als Fremde identifiziert und in speziellen Registern gefĂŒhrt.cite-ref-hrw-org-11-1[11] Die restlichen ĂŒberprĂŒften BĂŒrger wurden in neue zivile Melderegister ĂŒbertragen. Mittlerweile ist die Zahl der staatenlosen Kurden in Syrien auf mehr als 200.000 angestiegen.cite-ref-12[12]

Die staatenlosen Kurden werden in zwei Gruppen geteilt, die adschanib (arab.: „AuslĂ€nder“) und maktumin (arab.: „versteckt“). Adschanib erhalten standesamtliche IdentitĂ€tsdokumente, maktumin nur in AusnahmefĂ€llen IdentitĂ€tsbescheinigungen von ihrem zustĂ€ndigen BĂŒrgermeister (muhtar). Maktumin sind staatlichen Restriktionen in höherem Ausmaß als adschanib unterworfen, so erhalten sie keine Schulabschlusszeugnisse und dĂŒrfen kein Hochschulstudium aufnehmen.cite-ref-kurdwatch-9-1[9]cite-ref-13[13]

Abdullah Öcalan legitimierte spĂ€ter diese Haltung Syriens zu den Kurden. Im Jahr 1996 erklĂ€rte Öcalan öffentlich, dass es keine originĂ€re kurdische Bevölkerung in Syrien gebe. Die dortigen Kurden seien FlĂŒchtlinge aus der TĂŒrkei, die froh sein wĂŒrden, zurĂŒckzukehren.cite-ref-14[14]cite-ref-15[15]

Kritik

Nach Human Rights Watch (HRW) soll nach einigen Aussagen die außergewöhnliche VolkszĂ€hlung willkĂŒrlich durchgefĂŒhrt worden sein. So seien die Mitglieder ein und derselben Familie unterschiedlich eingestuft worden. Manche Mitglieder derselben Familie wurden zu StaatsbĂŒrgern erklĂ€rt, wĂ€hrend andere als AuslĂ€nder deklariert wurden, was die Ungenauigkeit des Vorgangs nahelegt; HRW behauptet auch, dass manche Kurden, die den Wehrdienst geleistet hatten, ihre StaatsbĂŒrgerschaft verloren, wĂ€hrend andere, die die Beamten bestochen hatten, sie behalten durften.cite-ref-hrw-org-11-2[11] So soll die syrische Regierung gemĂ€ĂŸ Human Rights Watch viele ursprĂŒnglich kurdische Einwohner zu Fremden erklĂ€rt und folglich ihre Menschenrechte verletzt haben, als sie ihnen die syrische StaatsbĂŒrgerschaft entzog.cite-ref-hrw-org-11-3[11] Staatenlose Kurden haben nicht die Möglichkeit, legal in ein anderes Land auszuwandern, weil sie keine Papiere haben. In Syrien dĂŒrfen sie nicht in staatlichen Behörden und Unternehmen beschĂ€ftigt werden und sie dĂŒrfen legal keinen syrischen Staatsangehörigen heiraten. Kurden mit dem Status eines AuslĂ€nders haben nicht das Recht zu wĂ€hlen oder sich zur Wahl zu stellen.

Arabischer GĂŒrtel

1965 entschied die syrische Regierung, einen “Arabischen GĂŒrtel” (al-hizām al-Êżarabi) in der Dschazira entlang der tĂŒrkischen Grenze zu errichten. Der GĂŒrtel war 350 km lang und 10–15 km breit und erstreckte sich von der irakischen Grenze im Osten bis nach Ras al-Ain im Westen. Die DurchfĂŒhrung des Planes begann 1973 und es wurden beduinische Araber in den kurdischen Gebieten angesiedelt. Alle Ortsnamen des Gebietes wurden arabisiert. Kurdisch wurde erst an Schulen verboten, dann am Arbeitsplatz, ebenso wurden kurdische Medien verboten.cite-ref-0-16-0[16] Des Weiteren wurden die Kurden in den GeschichtsbĂŒchern nicht mehr genannt.cite-ref-0-16-1[16] GemĂ€ĂŸ dem ursprĂŒnglichen Plan sollten etwa 140.000 Kurden in die sĂŒdlichen nahen WĂŒsten bei Al-Raad deportiert werden. Obwohl die kurdischen Bauern enteignet wurden, weigerten sie sich wegzuziehen und ihre HĂ€user aufzugeben. Unter diesen Bauern durften diejenigen, die man zu AuslĂ€ndern erklĂ€rt hatte, keinen Besitz haben, keine HĂ€user reparieren oder neue HĂ€user bauen.cite-ref-17[17] Ein Dekret vom Jahre 1992 verbot die Registrierung von Kindern mit einem kurdischen Vornamen. Kurdische Kulturzentren und BĂŒcherlĂ€den waren auch verboten.cite-ref-1-8-1[8]

Kurdische Unruhen in Syrien

Die 1986-Demonstrationen

Im MĂ€rz 1986 versammelten sich tausende Kurden in traditioneller Kleidung im kurdischen Viertel von Damaskus, um das FrĂŒhlingsfest Nouruz zu feiern. Die Polizei warnte sie, dass das Tragen kurdischer Trachten verboten sei, und feuerte in die Menge; dabei starb eine Person. An der Beerdigung in Qamischli nahmen rund 40.000 Kurden teil. Auch in Afrin wurden drei Kurden wĂ€hrend der Newroz-Demonstrationen getötet.cite-ref-18[18]

Bei der Niederschlagung von Unruhen konnte das baathistische Regime trotzdem auf die Hilfe kurdischer Spezialeinheiten zurĂŒckgreifen. Zu den SpezialkrĂ€ften, die dem Bruder des PrĂ€sidenten, Rifaat al-Assad, unterstanden, gehörten neben alawitischen auch getrennt organisierte kurdische Einheiten. Sie halfen bei der Niederschlagung von AufstĂ€nden 1980 in Aleppo und 1982 in Hama, beim Massaker von Hama wurden Kurdisch-Sprecher von den Soldaten verschont.cite-ref-19[19]

Unruhen im MĂ€rz 2004

→

Hauptartikel

:

Unruhen in Qamischli 2004

Nach einem Zwischenfall in einem Fußballstadion in Qamischli starben bei Unruhen, die am 12. MĂ€rz begannen, 30 Menschen und 160 wurden verletzt. Kurdische Quellen deuteten an, dass syrische SicherheitskrĂ€fte nach ZusammenstĂ¶ĂŸen wĂ€hrend eines Fußballspieles zwischen örtlichen kurdischen Fans der Heimmannschaft und arabischen Fans der Mannschaft aus der Stadt Deir ez-Zor scharfe Munition gegen Zivilisten einsetzten. Die internationale Presse berichtete ĂŒber neun Tote am 12. MĂ€rz. Laut Amnesty International wurden hunderte Menschen, ĂŒberwiegend Kurden, nach den Unruhen verhaftet. Kurdische HĂ€ftlinge berichteten ĂŒber Folter und Misshandlungen. Einige kurdische Studenten wurden von ihren UniversitĂ€ten verwiesen, weil sie an friedlichen Protesten teilgenommen hatten.cite-ref-20[20]

BĂŒrgerkrieg in Syrien

Im Zuge des Arabischen FrĂŒhlings 2011 kam es ab MĂ€rz 2011 auch in Syrien zu Demonstrationen und Unruhen, die in einen syrischen BĂŒrgerkrieg mĂŒndeten, der von auslĂ€ndischen Staaten mit Waffenlieferungen angeheizt wird. Die kurdischen Gebiete im Norden blieben anfangs ruhig und die Kurden beteiligten sich nicht im großen Stil an den Aktionen. Die Kurden sind politisch zersplittert, was noch durch die Anwesenheit der PKK, die gegen die TĂŒrkei kĂ€mpft, verschĂ€rft wird. Die PKK hat in Syrien mit der Partiya YekĂźtiya Demokrat eine Schwesterpartei.cite-ref-21[21] Ein Teil der Kurden steht der irakischen Demokratische Partei Kurdistans Masud Barzanis nahe. Die Demokratische Partei Kurdistan-Syrien und ihre Nachfolgeparteien sind nur um Qamischli herum dominant. Wichtig ist noch die Zukunftsbewegung von Maschaal Tammo, die als einzige kurdische Partei Mitglied im Syrischen Nationalrats (SNR) ist. Zwischen den restlichen Parteien und der SNR besteht keine Einigkeit, so dass die Kurden den Kurdischen Nationalrat (KNR) grĂŒndeten. Die Zukunftsbewegung und die Partiya YekĂźtiya Demokrat (PYD) waren keine GrĂŒndungsmitglieder des KNR.

Am Anfang der AufstĂ€nde gab das syrische Ministerium fĂŒr Arbeit und Soziales am 7. MĂ€rz 2011 bekannt, dass Kurden, die keine syrische StaatsbĂŒrgerschaft besitzen, ab sofort ein Recht auf Arbeit hĂ€tten. Am zweiten Aprilwochenende 2011 wurde bekannt gegeben, dass diejenigen Kurden innerhalb Syriens, welche ĂŒber keinerlei StaatsbĂŒrgerschaft verfĂŒgen, die syrische erhalten sollten.cite-ref-wieder-tote-in-daraa-22-0[22] Dies betrifft aber nur registrierte Staatenlose (adschanib). Unregistrierte Staatenlose (maktumin) werden nicht berĂŒcksichtigt, die syrische StaatsbĂŒrgerschaft wird ihnen weiterhin vorenthalten.cite-ref-23[23]

GrĂ¶ĂŸere Demonstrationen fanden erst ab Oktober 2011 nach der Ermordung des kurdischen Politikers Maschaal Tammo in Qamischli statt. Die PYD hat in den westsyrischen StĂ€dten Afrin und Ain al-Arab die Kontrolle ĂŒbernommen, was von der syrischen Regierung geduldet wird. Wegen dieser Duldung wird der PYD durch die anderen Kurden vorgeworfen, mit der Regierung zusammenzuarbeiten, was die PYD vehement abstreitet. Die PYD spricht der syrischen Regierung jegliche LegitimitĂ€t ab und beschuldigt sie, das Land in einen BĂŒrgerkrieg zu stĂŒrzen. Am 12. MĂ€rz, dem Jahrestag der Unruhen von 2004, und der Feier zum Newroz am 21. MĂ€rz gingen hunderttausende Kurden in mehreren StĂ€dten auf die Straße und demonstrierten gegen das Regime.

Um die wachsenden Spannungen zwischen der KNR und PYD abzubauen und um eine gemeinsame Linie zu finden, trafen sich Vertreter syrisch-kurdischer Parteien im Juli 2012 unter der Schirmherrschaft Masud Barzanis im nordirakischen Arbil. Am Ende des Treffens einigten sich die Seiten darauf, nicht gegeneinander vorzugehen und das Hohe Kurdische Komitee zu grĂŒnden, um ĂŒber die weitere Strategie der kurdischen Organisationen zu bestimmen. Aufgrund der Truppenverlagerungen der syrischen Armee ins Landesinnere konnten die Kurden die Kontrolle ĂŒber einige StĂ€dte ĂŒbernehmen. So sollen die Kurden mittlerweile (Stand Dezember 2012) die StĂ€dte Ain al-Arab, Amude, Afrin, al-Qahtaniya, RaÊŸs al-ÊżAin, al-Darbasiya, al-Dschawadiya, MaÊżbada, Rumailan, Tall Tamr und al-Malikiye (DĂȘrik) kontrollieren.

Am 12. November 2013 beschloss die PYD zusammen mit anderen Gruppierungen im Norden Syriens eine Übergangsverwaltung aufzustellen, um den durch den Krieg entstandenen MissstĂ€nden in Verwaltung und Versorgung der Bevölkerung zu begegnen.cite-ref-24[24] Anfang 2014 wurde in drei mehrheitlich kurdisch besiedelten Kantonen die Autonomie ausgerufen, diese schlossen sich unter dem Namen Rojava (kurd. fĂŒr „Sonnenuntergang“. Eine Bezeichnung fĂŒr West-Kurdistan) zu einem de facto unabhĂ€ngigen Teilstaat zusammen. Aus kriegstaktischen GrĂŒnden erlaubte das Assad-Regime der PYD bereits vor der AutonomieerklĂ€rung, ihre eigenen Checkpoints, Schulen und Krankenstationen zu unterhalten.cite-ref-25[25]

Es folgten dann mehrere Schlachten gegen den Islamischen Staat (IS), der sich bedingt durch den Krieg große Teile Ost- und Mittelsyriens angeeignet hatte und eine neue Front im BĂŒrgerkrieg eröffnete. Mitte 2014 hatte der IS das mittlere Kanton KobanĂȘ fast vollstĂ€ndig erobert. Die Verteidiger hielten nur noch einige Stadtteile KobanĂȘs, konnten aber mit alliierter UnterstĂŒtzung der Anti-IS-Koalition die Stadt und das Kanton zurĂŒckerobern. Seit Anfang 2015 vergrĂ¶ĂŸerten die Kurden auf Kosten des IS und teilweise anderer Rebellengruppen sukzessive ihr Gebiet. So erstreckt sich nun (Stand August 2016) Rojava, das nun auch Föderation Nordsyrien – Rojava genannt wird, fast entlang der kompletten syrisch-tĂŒrkischen Grenze. Nur ein kleiner Streifen zwischen Afrin und KobanĂȘ fehlt. Die Kurden sind als Teil der Demokratischen KrĂ€fte Syriens die wirksamste Streitmacht der Alliierten gegen den IS geworden.

TĂŒrkische MilitĂ€roffensive in Nordsyrien 2019

Im Zuge der tĂŒrkischen MilitĂ€roffensive in Nordsyrien 2019 kommen die Kurden in Syrien unter Druck, und viele Zivilisten fliehen von der Grenze zur TĂŒrkei in das Landesinnere in die Gebiete am Euphrat.

Menschenrechtssituation

Amnesty International berichtet, dass kurdische Menschenrechtsaktivisten unter dem Assad-Regime vor Ausbruch des BĂŒrgerkriegs misshandelt und verurteilt wurden.cite-ref-26[26] Ferner durften nach Human Rights Watch die Kurden in Syrien bis zum Ausbruch des BĂŒrgerkriegs im Jahr 2011 die kurdische Sprache nicht benutzen, ihren Kindern keine kurdischen Namen geben, keine GeschĂ€fte unter nichtarabischen Namen eröffnen, keine privaten kurdischen Schulen grĂŒnden und keine kurdischen BĂŒcher oder andere Schriften veröffentlichen.cite-ref-hrw-org-11-4[11]cite-ref-27[27]

Bekannte Kurden

Bekannte syrische Kurden, die teilweise zur Zeit des Osmanischen Reiches geboren wurden, sind:

‱ Ciwan Haco
‱ Kamal Sido
‱ Jan Dost

Literatur

‱ Bawar Bammarny: The Legal Status of the Kurds in Iraq and Syria. In: Constitutionalism, Human Rights, and Islam After the Arab Spring. Oxford University Press, 2016, ISBN 978-0-19-062764-5, S. 475–495.
‱ GĂŒlistan GĂŒrbey, Caner Yildirim: Die Kurden in der TĂŒrkei und in Syrien seit 1990. In: Ludwig Paul (Hrsg.): Handbuch der Iranistik. Band 2. Reichert, Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-95490-131-9, S. 215–224 (ForschungsĂŒberblick).
‱ Thomas Schmidinger: Krieg und Revolution in Syrisch-Kurdistan. Analysen und Stimmen aus Rojava (Kritik & Utopie). Mandelbaum Verlag, Wien 2014, ISBN 978-3-85476-636-0.
‱ Îsmet ƞerüf Wanlü: The Kurds in Syria and Lebanon. In: Philip Gerrit Kreyenbroek und Stefan Sperl (Hrsg.): The Kurds. A Contemporary Overview (SOAS politics and culture in the Middle East Series). Routledge, London 2005, ISBN 0-415-07265-4, S. 143–170 (EA London 1992).

Weblinks

‱ The Syrian Kurds: A People Discovered, Robert Lowe, Middle East Programme, Chatham House, January 2006.
‱ Syria’s Kurds Struggle for Rights
‱ Neue SpielrĂ€ume, ein Artikel ĂŒber die Kurden und den Syrischen Aufstand 2011 von Thomas Schmidinger vom „Informationszentrum Dritte Welt“
‱ Staatenlose Kurden in Syrien, Bericht von Kurdwatch, PDF, 545 kB

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Kurdwatch, 16. September 2011
cite-note-22. ↑ Robert Gloy: Von Syrien in die Schweiz – ohne Staatsangehörigkeit UNHCR Schweiz, 7. Mai 2018
cite-note-cia-33. ↑ CIA World Factbook: Syria. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 29. Dezember 2017; abgerufen am 31. MĂ€rz 2011 (englisch). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cia.gov
cite-note-state-departement-44. ↑ U.S. Departement of State: Bureau of Near Eastern Affairs: Background Note: Syria. 18. MĂ€rz 2011, abgerufen am 31. MĂ€rz 2011 (englisch).
cite-note-gfbv-55. ↑ gfbv.de (Memento vom 11. Februar 2013 im Webarchiv archive.today)
cite-note-srfood-66. ↑ Olivier De Schutter: Report of the Special Rapporteur on the Right to Food, Olivier de Schutter – Mission to the Syrian Arab Republic. (PDF; 153 kB) 27. Januar 2011, abgerufen am 31. MĂ€rz 2011 (englisch).
cite-note-77. ↑ Anne Sophie Schott: The Kurds of Syria. S. S. 7, abgerufen am 29. August 2018 (englisch).
cite-note-1-88. ↑ Michael M. Gunter: The Kurds Ascending. The Evolving Solution to the Kurdish Problem in Iraq and Turkey. Palgrave Macmillan US, New York/Basingstoke 2008, ISBN 978-0-230-11287-2, S. 135, doi:10.1057/9780230338944.
cite-note-kurdwatch-99. ↑ Staatenlose Kurden in Syrien, Bericht von Kurdwatch, MĂ€rz 2010, S. 6–7 und 15 ff. (Memento vom 21. September 2013 im Internet Archive) (PDF; 559 kB)
cite-note-1010. ↑ Îsmet ƞerüf Wanlü: S. 151–152
cite-note-hrw-org-1111. ↑ Syria: The silenced kurds Bericht der HRW vom Oktober 2006
cite-note-1212. ↑ Syria’s Kurds Struggle for Rights Artikel der voanews.com vom 2. September 2005
cite-note-1313. ↑ Refugees International, Buried Alive, Stateless Kurds in Syria, Januar 2006, S. 3,4
cite-note-1414. ↑ Jordi Tejel: Syria’s Kurds: History, Politics and Society, Routledge New York 2009, S. 78
cite-note-1515. ↑ David McDowell: A Modern History of The Kurds. 3rd revised edition. New York 2004, Seite 479
cite-note-0-1616. ↑ Anne Sophie Schott: The Kurds of Syria. Royal Danish Defence College, S. S. 10, abgerufen am 29. August 2018 (englisch).
cite-note-1717. ↑ Îsmet ƞerüf Wanlü: S. 157, 158 und 161
cite-note-1818. ↑ Îsmet ƞerüf Wanlü S. 163–164
cite-note-1919. ↑ Îsmet ƞerĂźf WanlĂź, Kurdistan und die Kurden, Band 3, Göttingen 1988, ISBN 3-922197-23-X, S. 15 f.
cite-note-2020. ↑ Syria: Address Grievances Underlying Kurdish Unrest, Bericht von Human Rights Watch (HRW) vom 19. MĂ€rz 2004.
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cite-note-wieder-tote-in-daraa-2222. ↑ Leukefeld, Karin: „Wieder Tote in Daraa“ Neues Deutschland online, Abruf: 11. April 2011, 8:03 Uhr
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